Vita - Wie es weiter ging
Weiter ging es erst einmal mit meiner schulischen Ausbildung. Ich besuchte die „Mater Salvatoris“,eine von Ordensschwestern geführte Mädchen-Realschule. Unsere künstlerische Förderung hatte an dieser Schule einen hohen Stellenwert. Hier hatte ich meine ersten Auftritte in verschiedenen Theaterstücken und, nicht zu vergessen, in unseren legendären Ballett-Aufführungen. Choreographiert von der Direktorin, Sr. Andrea, höchst persönlich. Sr. Andrea unterrichtete die Fächer Mathematik und Religion und führte die Schule mit liebevoll engagierten, aber auch sehr strengem Regiment ... dieser Gesamt-Kombination entsprach so manche Ballett-Choreographie und Theater-Regie.
Ebenso wie die darstellende wurde auch die bildende Kunst an unserer Schule sehr gefördert, manchmal mit ehr ungewöhnlichen Methoden, wie dem Mensaessen. So gab es zum Beispiel jeden zweiten Freitag Spinat, Kartoffelpüree und Spiegeleier. Nachdem uns das Essen aus riesigen Bottichen ausgeteilt worden war, kamen unsere gestalterischen Ambitionen zum Zuge. Eifrig formten wir auf unseren Tellern Tunnel und Schluchten aus Kartoffelpüree, in denen der Spinat, wie ein kleiner, grüner Tsunami, hin und her schwappte und Stückchen von Spiegeleiern, wie kleine Boote, umherwirbelte. Damals fanden wir auch heraus, wie man Wackelpudding das Laufen beibringt.
Was ich aber wirklich liebte, war der Handarbeitsunterricht bei Sr. Berchmana. Von ihr lernte ich so ziemlich alle Handarbeiten, die es gibt. Ich weiß nicht mehr, wie viele Stunden ich bei ihr im Handarbeitsraum saß und nähte, strickte, häkelte, stickte, knüpfte, bastelte und klebte. Wen wundert es, dass ich nach Abschluss der Schule erst einmal eine Ausbildung zur Damenschneiderin machte.
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